Ein Bub braucht ein Messer! Diese Aussage gab mir mein Vater schon von klein auf mit auf den Weg. Klar ist aber, hierzulande kann man das nicht unbedingt als Leitsatz sehen, da aufgrund des Waffengesetzes viele nett anzusehende Messer nur bedingt genutzt werden dürfen. Demnach musste ich mich entscheiden, was ich möchte, ein Messer für den Alltag (neudeutsch EDC) oder für den reinen Outdoor – Adventure Gebrauch.

 

Die endgültige Entscheidung kam erst mit dem Durchforsten der Kataloge und Online Angebote der verschieden Hersteller. Ich möchte nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war, aber ich war schon von Anfang an angetan. Die geschwungene Klinge, das stonewash Finish, einfach das Gesamtpaket. Böker stach mir so zusagen mit dem Orca Outdoor Dark (bitte nicht wörtlich nehmen) direkt ins Auge! Keines der anderen Messer sprach mich so an wie dieses. Bestellung und Versand verliefen im Grunde wie üblich in einem Online Shop, jedoch war es erst ein paar Wochen nach der Bestellung lieferbar, was aber deutlich erkennbar war.

 

Der Preis

Mit 169 € ist das Böker Orca Outdoor in meinen Augen nicht gerade ein Schnäppchen, aber für echte Messer – Enthusiasten wohl auch nicht besonders teuer. Um ehrlich zu sein würde ich teurere Messer wohl nicht wirklich verwenden und sie eher als Staubfänger nutzen. Aber das kommt wohl immer auf den Verwendungszweck bzw. die Bedürfnisse der jeweiligen Person an.

 

Die Eckdaten des Böker Orca Outdoor Dark

Gesamtlänge: 26,4 cm
Klingenlänge: 13,0 cm
Klingenstärke: 6,0 mm
Gewicht: 340,0 g
Klingenmaterial N960
Griffmaterial Micarta

 

Geliefert wird das Böker Orca Outdoor Dark in einem recht schön anzusehenden schwarzen Karton, welcher nach dem auspacken wohl keine Verwendung mehr findet. In diesem befinden sich die nochmals in einem Plastikbeutel verpackte Scheide und das Messer. Meiner Meinung nach könnte man auf den Plastikmüll getrost verzichten, aber im Grunde ist das ja überall so. Böker gibt auf das Orca Outdoor lebenslange Garantie. Die mitgelieferte Garantiekarte, welche dem Messer beilag, habe ich anfangs nicht beachtet, aber auf Rückfrage mit Böker ausgefüllt und eingesandt. Was genau Böker unter lebenslange Garantie versteht, kann hier nachgelesen werden >>Böker<< .Klingen welche bei Böker Baumwerke direkt in Solingen gefertigt werden, können gratis nachgeschärft werden(Angaben ohne Gewähr).

Die Scheide

Die schwarze Nylon-Scheide, welche Böker zum Lieferumfang beilegt, ist wie auch bei Vorgänger (Orca Outdoor) aus dem Hause SpecOps. Dank der MOLLE Kompatibilität und Gürtelschlaufen erhält man so zahlreiche Möglichkeiten das Messer an den verschiedensten Taschen, Rucksäcken, Gürtel und Geräten, sowie in zahlreichen Positionen zu befestigen. Verkauft wird die Combat Master Knife Sheath bei SpecOps für rund 60-66 /USD. Die Verarbeitung ist sauber und macht auch nach etlichen Wochen noch einen sehr guten und stabilen Eindruck. Im Inneren der Codurascheide (1000D Nylon) befindet sich eine Kydex – Inlay, welches problemlos zum Säubern herausgenommen werden kann. Das Messer sitzt darin fest, wackelt nicht umher und ist dank des Druckknopfes am Riemen auch vor dem herausfallen bei etwas gröberen Gelände / Gegebenheiten gesichert. Das Herausnehmen des Messers klappt sanft und lautlos, wobei man als Linkshänder öfters dazu neigt die Klinge verkehrt herum einzuführen. Das Inlay kann aber auch gedreht in die Nylontasche gesteckt werden. Die an der Front aufgesetzte Tasche bietet Platz für Zubehör oder Multitools. Die von Böker im Lieferumgang enthaltene Nylonscheide ist schwarz. Beim Hersteller (SpecOps) selbst ist diese in weiteren Farben wie Multicam und Coyote Brown Verfügbar.

 

Das Messer

Messer

Das gesamt 26,4cm lange und 340g massive Full Tang (Vollerl) Messer der Traditionsmarke Böker wird aus 6mm starkem Stahl gefertigt und mit einem Recurveschliff versehen. Aufgrund der Klingenlänge von 13cm ist das Messer nicht dem EDC Bereich zuzuordnen. Es sei denn, man treibt sich täglich dort umher wo man diese Art Messer unbedingt benötigt – z.B. in der erbarmungslosen Wildnis Bayerns. Die Drop-Point-Klinge eignet sich nicht zuletzt dank dem Gewicht und der Robustheit für kleiner und größere Hackarbeiten. Feinere Schnitzarbeiten lassen sich mit dem Böker Orca Outdoor Dark einwandfrei bis zu einem gewissen Punkt erledigen. Wenn es aber ins Detail geht, kommt die wuchtige Klinge hier an ihre Grenzen. Da dies jedoch nicht unbedingt zu meinen Hobbys zählt, spielt das für mich keine größere Rolle. Die aus Micarta hergestellten Griffschalen bieten auch  mit nassen Händen guten Halt, wodurch das Messer problemlos beim Angeln eingesetzt werden kann. Die Schneideeigenschaften bei Fisch und Fleisch sind nach meinem Ermessen gut. Will man aber einen Fisch filetieren, sollte man lieber auf ein Filetiermesser zurückgreifen. Für alle anderen Arbeiten wie Betäuben (problemlos mit der Klinge möglich), Kiemenschnitt und Ausnehmen ist das Orca Outdoor Dark bestens geeignet.

 

Das Fazit

Das Böker Orca Outdoor Dark macht so ziemlich alles mit was man ihm Abverlangt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um feinere oder gröbere Arbeiten geht. Für die rund 170 € bekommt Man(n) ein gut in der Hand liegendes, robustes und sauber verarbeitetes Messer, was einen wohl auch nach rauen Einsätzen in der Natur über langen Zeitraum begleiten wird.

 

 

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