Ob auf Expedition fernab der Zivilisation, dienstlichen Einsätzen in fremden Ländern oder auf Jagd in den heimischen Wäldern, zuverlässige Ausrüstungen bekommt nicht nur immer mehr Bedeutung, sondern ist meist unumgängliche! Auch im Hobby Bereich wird aufgrund der hohen Qualität immer öfter auf professionelles Equipment zurückgegriffen.

Ein Anbieter, welcher an sich selbst höchste Qualitätsansprüche stellt, um den Kunden Produkte nahe an der Perfektion zu liefern, ist Oberland Arms. Der bayerische Hersteller bietet aber nicht nur Produkte, welche für Polizisten, Jäger und Sportschützen interessant sind an, sondern auch etwas für Abenteurer.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein Messer auf Reisen, egal ob fern oder nah, essenzieller Bestandteil der Ausrüstung sein sollte. Die Gründe sind einfach und wohl für die meisten nachvollziehbar. Mit einem guten Messer hat man mehr Möglichkeiten als nur das Schneiden von Lebensmitteln. Erstellen von Feather Sticks, schnitzen, spalten kleinerer Äste, Verwendung mit einem Firesteel, durchschneiden von defekten Leitungen oder Schläuche am Fahrzeug und natürlich noch einiges mehr.

Oberland Arms bietet für Abenteuerlustige ein infernales Duo, das schon auf den ersten Blick deutlich macht, wir können auch anders! Die Rede ist vom Jager und seinem großen Bruder dem Wuiderer (Wilderer). Worin genau die Unterschiede zwischen dem Jager Sepp und dem Wuiderer Sepp liegen und was unsere Meinung zu den beiden Burschen ist, erfahrt ihr natürlich in diesem Blogbeitrag.

Die Messer – Allgemeines

Oberland Arms

Die beiden Einsatz- bzw. Überlebensmesser entspringen einer Zusammenarbeit von Oberland Arms und der italienischen Firma Viper, welche der Messermanufaktur TECNOCUT angehört. Der Jager Sepp und der Wuiderer Sepp sind auf eine bestimmte Stückzahl limitiert und mit fortlaufender Seriennummer auf der Klinge versehen. Auf der Kehrseite findet der Sepp selbst Platz.

Die Farbe der aus G10 gefertigten Griffschalen kann bei den Modellen nach Belieben gewählt werden. Zur Auswahl für die Griffschalen stehen Steingrau-Oliv, Zugspitz-Grau und Coyote-Braun, die schwarze Kydexscheide wird, dann mit farblich passenden Scheidenhülle ausgeliefert. Standardmäßig ist die Scheide für Rechtshänder ausgelegt, diese ist durch eine Schraube in der Cordurahülle befestigt. Nach Lösen der Befestigungsschraube kann die Scheide problemlos der Hülle entnommen werden und beispielsweise mit Molle System oder Tek Lock verwendet werden. Die Scheide kann so gedreht wieder eingesetzt werden, was sie auch für Linkshänder problemlos benutzbar macht!

Die ersten Eindrücke

Als der Bote das Päckchen brachte, war die Aufregung und Freude so groß, dass ich mir zu meinem Übel und zur Belustigung meiner Freundin, beim Auspacken mit dem Küchenmesser in den Finger schnitt. Nach einer äußerst schwierig und schmerzhaft Not Op (Pflaster) ging es dann aber weiter mit dem Auspacken.

Den Größenunterschied der Klingen vom Jager Sepp zum Wuiderer Sepp erkennt man auf den ersten blick und dieser macht Eindruck! Der Wuiderer schreit förmig danach im Wald oder auf Survival Reisen eingesetzt zu werden. Aber auch der Jager und das merkt man spätestens, wenn man ihn das erste Mal in der Hand hält, steht seinem großen Bruder so schnell nichts nach! Das Material und die Qualität machen einen sehr guten Eindruck. Die bearbeiteten Griffschalen sowie das Finish der Klinge sind absolut hochwertige und mit Liebe zum Detail gearbeitet. Eine tolle Beigabe, über die man sich freut, ist der in jedem Messer beiliegende Sticker mit dem (Tactical) Sepp als Motiv.

Der Jager Sepp

Jager Sepp Oberland Arms

Im Vergleich zu anderen Sepp’s wie beispielsweise den Black Sepp ist der Jager im gesamten ein deutliches Stück größer. Nicht allein die 119mm lange und 5mm starke Klinge ist dafür verantwortlich, sondern auch das wuchtige Griffstück, welches ein gutes Handling selbst mit großen Händen oder Handschuhen erlaubt. Im Gesamten bringt es der Jäger Sepp auf 260 mm. (Im Vergleich dazu brachte es das Black Sepp auf 228 mm)

Das Dunkle Stonewash finish der Klinge schaut optisch sehr gut aus und macht in unseren Augen mehr her, als es eine Schwarze es tun würde.

Technische Daten

  • Grifflänge: 114 mm
  • Klingenlänge: 119 mm
  • Gesamtlänge: 260 mm
  • Klingenstärke: 5 mm an der stärksten Stelle
  • Gewicht: 290 g
  • Klingenstahl: Böhler D2 HRC 58/60 Vacuum tempering + cryogenic
  • Klingenfinish: Dark stonewashed pvd
  • Griffmaterial: G-10
  • Scheide:Kydex mit Cordura Hülle
  • FarbenSteingrau-Oliv, Zugspitz-Grau und Coyote-Braun
  • Gewicht: 290 g

Der Jager Sepp in Aktion

Oberland Arms Jager Sepp

Draußen in den tiefsten Wäldern Bayerns, dort wo sich Fuchs und Hase noch Grüß Gott sagen, wo man Kinder sorgenfrei spielen lassen kann. Genau dort ist er zu Haus, der Jager Sepp.

Aber wie gibt er sich, wenn man ihn wirklich braucht? Hält er den Ansprüchen stand oder versagt er?

Um den Jager auf Herz und Nieren zu testen haben wir uns einiges vorgenommen und Zeit gelassen, ganz viel Zeit! Man könnte es also schon als ein kleines Langzeitreview sehen. Aber bei einem Messer in dieser Preiskategorie möchten wir auch auf Nummer sicher gehen, bevor wir eine Empfehlung aussprechen.

Bedienbarkeit / Handling

Jager Sepp im Wald

Nimmt man den Jager Sepp in die Hand, spürt man sofort, hier hat man es nicht mit einem Bub zu tun, sondern mit einem G’stand’nen Mannsbild, also einen ganzen Kerl! Der vor Kraft nur so strotzt. Das massive 290g Vollerl (Full-Tang) Messer liegt dank des großen Griffs sehr gut in der Hand und fühlt sich auch nach längerem Arbeiten, dankt der sauber gearbeiteten und gut geformten Griffschalen, noch sehr angenehm an.

Der Fingerschutz an der Unterseite des Griffes fällt großzügig aus, passt aber zum gesamten Erscheinungsbild des Jager Sepp´s und erfüllt seinen Zweck sehr gut. Die Daumenauflage an der Oberseite hat eine Länge von 37mm, ist makellos gefräst und bietet somit verschieden rutschfeste Auflagepunkte für den Daumen.

Die Form des Messers mit seinen gut ausbalancierten 290g und den G10 Griffschalen machen das Jager Sepp in jeder Situation gut kontrollierbar, was selbst bei Regen einen guten Halt / Griff bietet. Das Messer kann problemlos von Links- und Rechtshänder verwendet werden.

In Benutzung

Der Jager Sepp wird mit einer sehr guten Schärfe ausgeliefert und ist daher sofort für die Pirsch bereit. Dank der Full-Tang Ausführung ist das Messer sehr stabil, was auch grobe Arbeiten ermöglicht. So ist es kein Problem Äste zu „zerhacken“ oder Holz zu spalten. Kleine und feinere Aufgaben wie schnitzen, Feathersticks oder Holzheringe anfertigen macht der Jager Sepp mit links.

JAGER SEPP OBERLAND ARMS
FOTO WURDE MIT DEM SMARTPHONE GEMACHT

Auch bei unsrem Tagesausflug zu einem Bogen Parcours war der Jager Sepp von Nutzen. Fest geschossene Pfeile konnte problemlos, dank der Klingenform herausgeholt werden. Ich möchte hier erwähnen, dass es schon einige Messer gab, die hier versagten und Ihrer Spitze verloren!

Das hintere Ende des Jagers wirkt etwas unscheinbar und mehr als designe Element, eignet sich jedoch hervorragend, um etwas zu zerdrücken, zermahlen oder um in Notsituationen die Scheibe des Fahrzeugs einzuschlagen.

Aber auch abseits vom reinen Survival Aspekt kann sich der Jager Sepp sehen lassen. Zum einen kann man das Messer, Dank seiner Klingenlänge von unter 12cm, frei in der Öffentlichkeit führen (Stand April 2019) und zum anderen lässt es sich auch gut in der Outdoor- und Campingküche einsetzen!

Der Wuiderer

Wuiderer Messer

Auch er ist ein waschechter Sepp! Des Jagers großer Bruder, der keine Zweifel offenlässt, dort wo zartbesaitete aufgeben, fängt er erst an! Um gröbstes Terrain und härteste Bedingungen bei weltweiten Einsätzen oder Expeditionen standzuhalten, wurde der Wuiderer entworfen. Die aus Bohler D2 Klingenstahl gefertigt, 160 mm lange und 5 mm starke Klinge ist mächtig und bahnt sich einem den Weg selbst durch dickeres Gestrüpp frei.

Auch hier kam als Klingenfinish eine dunkle stonewashed PVD Beschichtung zum Einsatz, was perfekt zum Grauton der Griffschalen passt.

Technische Daten:

  • 160 mm Klingenlänge
  • 140 mm Grifflänge
  • 300 mm Gesamtlänge
  • Klingenstärke: 5 mm a.d. stärksten Stelle
  • Griffmaterial: strukturierten 3D G10 Schalen
  • Klingenstahl: Böhler D2 HRC 58/60 Vacuum tempering + cryogenic
  • Klingenfinish: Dark stonewashed pvd
  • Griffschrauben schwarz pvd
  • Farben Steingrau-Oliv, Zugspitz-Grau und Coyote-Braun
  • Gewicht 350g

Der Wuiderer bei der Arbeit

Wuiderer Messer
Oberland Arms Wuiderer am Rucksack

Auch den Wuiderer haben wir in die Mangeln genommen, ihn gefordert, gereizt und provoziert, um zu schauen, ober er sich in die Knie zwingen lässt oder ob er seinen Namen alle Ehre macht!

Bedienbarkeit/ Handling

Gefertigt aus einem durchgehenden Stück Stahl (Vollerl) bringt der Wuiderer Sepp im Auslieferungszustand 350g auf die Waage und ist damit ein ordentliches Stückchen schwerer als sein kleinerer Bruder, nämlich ganze 60g. Wer kann ihm das schon übelnehmen, schließlich ist die Klinge nicht nur um 41mm länger, sondern misst auch eine Höhe von 47 mm (max. Klingenhöhe). Auch wenn es aufgrund der enorm größeren Klinge auf Bildern nicht sofort auffällt, der Griff sowie die Griffschalen, sind identisch mit dem des Jager Sepp.

Das Messer ist grifflastig ausbalanciert, dank dieser guten Gewichtsverteilung lässt sich mit dem Wuiderer problemlos länger arbeiten.

Oberland Arms Wuiderer Sepp

Auch im Bereich von Fingerschutz und Daumenauflage wurde das Designe der OA Blade Serie fortgeführt. Wie beim Jager finden sich diese auch hier in gleicher Größe und Anordnung wieder. Die Vorzüge von großzügig ausfallenden Daumenauflagen und Fingerschutz machen sich spätesten bei groben und anspruchsvollen Arbeiten bemerkbar. Hier spielt auch der 140 mm lange, mit den G10 Schalen verkleidetet Griff seine Vorteile aus.

Je nach Art und Umfang der Tätigkeit, welche man ausübt, hat man so verschiedene Möglichkeiten den Wuiderer fest und sicher in der Hand zu halten. Das ist bei einem Messer dieser Größe und dem Gewicht nicht nur angenehmer, sondern trägt auch zur eigenen Sicherheit bei.

Wie auch nicht anders zu erwarten lässt sich der Wudierer Sepp auch bei nassen / feuchten Händen ohne Schwierigkeiten gebrauchen und bietet guten Grip. Für Links- und Rechtshänder ist auch dieses Modell geeignet.

In Benutzung

Oberland Arm Wuiderer Sepp

Auch wenn Wuiderer Sepp und der Jager Sepp aus demselben Stahl „geschmiedet“ wurden, gibt es Unterschiede, Unterschiede die nicht nur Größe und Klingendesigne betreffen, sondern sich auch in der Benutzung wiederfinden.

Kaum ausgepackt, ist der Wuiderer Sepp sofort für alle Schandtaten bereit, die man mit ihm begehen möchtet. Die Auslieferungsschärfe lässt unserer Meinung nach nichts zu wünschen übrig und hielt trotz recht rabiater Benutzung lange an.

Typische im Wald, also bei Bushcraft Aktivitäten oder am Lagerfeuer anfallende Aufgaben können mit Vergnügen und Freude erledigt werden. Die Schneide ist über die gesamte Länge ordentlich scharf, sodass man beispielsweise beim Schnitzen, egal an welcher Stelle die Klinge angesetzt wird, gute Ergebnisse erzielen kann.

Feathersitcks erstellen fiel mit dem Wuiderer Sepp um einiges leicht, seine Klingenform und das Handling lag mir bei dieser Aufgabe um wesentlich besser als mit dem Jager.

Das ist aber meine persönliche Meinung und kann daher von Person zu Person variieren.

Nicht bewundernswert ist hingegen, dass das Hacken von Ästen und Spalten von Holz mit der größeren Klinge um ein wesentliches einfacher vonstattengeht. Rücksichtslos arbeitet sich die Klinge durch das Holz und macht klein, was sich ihr in den Weg stellt.

Wuiderer Sepp

Auch rustikale Hobbyköche kommen auf Ihre Kosten. Ob frisch gefangener Fisch, Fleisch oder Gemüse, sanft gleitet die stählerne Klinge hindurch und ein Stück gleicht dem anderen. Mit dem Wuiderer macht auch das Outdoor – kochen Spaß.

Aufgrund der Klingenlänge von weit über 120 mm trifft man den Wuiderer Sepp wohl kaum außerhalb seiner natürlichen Umgebung an. Gemeint ist damit, dass der Gesetzgeber hier einen allgemein anerkannten Zweck fordert, was das Führen des Messers rechtfertigt! Daher sind Ausflüge in die Stadt oder zum Frühschoppen mit einem zugriffsbereiten  Wuiderer Sepp nicht erlaubt.

Ob diese Reglung Sinn ergibt oder nicht, sei an dieser Stelle jedem selbst überlassen! Eins sei hier aber gesagt, böse Buben lassen sich von einem Verbot sowieso nicht beeindrucken! Es trifft wenn, wie immer die Anständigen 😉

Zusammenfassung

AO Blade Serie in Scheide

Trotz hartem Gebrauch in den verschiedenen Bereichen behielten die Messer lange eine gute Schärfe. Egal welche Aufgabe wir uns mit den beiden Oberland Arms Sepp´s vornahmen, wir wurden nicht enttäuscht.

Harte Jungs benötigen ab und an auch mal einen Wellness Tag, so sollte auch hier Aufgaben wie Reinigung und Pflege der Messer nicht vernachlässigt werden. Dank der Bauweise ist dies denkbar einfach und nimmt nicht allzu viel Zeit in Anspruch.

Abschließend kann man sagen, die bayrische Waffenschmiede hat mit den beiden Modellen Jager Sepp und Wuiderer Sepp ein sich sehr gute ergänzendes Duo auf den Markt gebracht, welches mit dem Besitzer durch dick und dünn geht. Möchte man nicht, wie wir, beide nehmen, hat man eben die Qual der Wahl. Oberland Arms kommt den Interessenten hier aber entgegen und hält beide Messer auf einem Preisniveau. Ob das die Entscheidung vereinfacht wagen wir allerdings zu bezweifeln. Sicher ist jedenfalls, egal für welches man sich entscheidet, seinen Spaß wird man mit etwas Pflege lange damit haben.

In unserem Fall kann man nur sagen, wir werden uns auf weitere Touren und Abenteuer mit dem Jager und Wuiderer freuen. Denn eines ist klar, so schön die Messer auch sind, für die Vitrine sind sie zu schade! Wer treue Gefährten sucht ist mit den Messern von Oberland Arms absolut sicher unterwegs!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.