Ein oder zwei Messer sind vollkommen ausreichend, na gut drei, dann ist aber Schluss! Der Outdoor -und Survivalfan, wie auch Messerliebhaber werden hier sofort widersprechen und sagen: „NEIN, Messer kann Mann (oder Frau) nie genug haben.“ Natürlich wird der Leser, welcher das Messer nie als (Handwerks-)Kunst, oder Lifestyleprodukt, betrachtet, sagen „Mir reicht ein Messer und das ist in der Küche! Alles andere ist in der heutigen Zeit unnötig“ oder „zu was braucht man den ein Messer?!“

Letzteres könnte man unzählige Argumentationen entgegenbringen, aber es würde die Meinung all derer nicht ändern. Nein, man würde sie wahrscheinlich nicht mal dazu anregen können über das Thema Messer nachzudenken. Zugegebener Masen dachte ich anfangs auch – man kann nur ein Messer verwenden, warum also mehr besitzen? –

Die Frage ist im Grunde genommen einfach zu beantworten und ja, auch Gegenargumente sind leicht zu finden, welche wohl die gleiche Standhaftigkeit aufweisen. Doch an einem Argument kann man nur wenig bis gar nicht dran rütteln. Das „ich will es haben“ Argument!

Spätestens aber, wenn man sich etwas länger mit dem Thema Messern beschäftigt und das ein oder andere Modell auf sich wirken lässt, wird man schnell eine Art Offenbarung erleben. Hinter jedem Messer steckt ein Mensch, ein Designer und oftmals auch eine Geschichte. Die Idee einer Person, die voller Hingabe und Leidenschaft sein Handwerk ausübt und lebt. So auch bei dem noch jungen Unternehmen Forge Works und dessen Messer welche es herstellt.

Eines, des noch überschaubaren, aber sehr feinen Sortiments dürfen wir seit geraumer Zeit unser Eigen nennen und möchten es euch hier vorstellen, das Modell Phobos!

Von der Neugierde zur Berufung – die Forge Works Story

Das Interesse zum kalten vielseitigen Werkstoff Stahl hat Christoph Gihring, der Gründer von Forge Works, schon in der Ausbildung entdeckt. Von der Neugierde getrieben durchforstete Chris Zeitschriften, Foren und Bücher bis ihn schließlich der Ehrgeiz packte und er sich selbst ans Werk wagte.

Begonnen mit dem was ihm zu Verfügung stand, entwarf und fertigte Chris seine erste eigene Klinge in der Werkstatt seines Vaters. Ob diese gelang oder ein Desaster war spielte bis dato noch keine Rolle, den meist sind diese Unikate für den Schöpfer von großem ideellem Wert. Eines ist jedoch sicher, es lies ein Feuer in Ihm entfachen.

Griffstück Phobos Messer

Nach einem Jahr Blut, Schweiß und harter Arbeit war es soweit, Chris wagte den Schritt in die Selbständigkeit und gründete im Jahr 2019 sein Unternehmen Forge Works! Seit her hat er es auf weit mehr als 9 Modelle gebracht, welche überwiegend an Kunden aus Amerika und Kanada versendet werden. Die Zusammenarbeit mit Firmen wie beispielsweise LMS Gear verschafft ihm aber auch zunehmend Aufmerksamkeit im Deutschsprachigen Raum. Die Zielgruppe von Forge Works liegt eindeutig bei allen EDC (Every Day Carry) begeisterten, aber auch für Jäger, Wanderer und Outdoorfreunde hat er geeignete Modelle im Portfolio.

Ende Februar (2020) ging die Forge Works Homepage Online. Interessenten können sich dort nicht nur seine Produkte betrachten und erwerben, sondern auch Träume wahr werden lassen. Christoph Gihring biete neben seinen Klingen auch Custom Blades und Workshops an! Wer also ein Messer mit seinen eigenen Händen erschaffen möchte, kann dies gemeinsam mit Chris während eines Workshops in seiner Werkstatt tun.

Messer in der Werkstatt

Zudem bietet Chris Messer nach Kundenwünschen an. Hier kann man vom Klingenstahl über den Griffschalen bis hin zum Design seinen Vorstellungen freien lauf lassen.

Das Phobos Knife

Phobos Messer mit Sonnenbrille und Uhr

Ehrlicherweise muss ich sagen, ich bin ein großer Fan von Messer welche einen Ring am Ende des Griffstückes haben. Dies hat nichts damit zu tun, dass es sehr praktisch ist oder Vorteile mit sich bringt. Vielmehr ist es die Optik welche mir besonders zusagt. Da ich mir über die gesetzlichen Gegebenheiten (stand Feb. 2020) für das „führen“ eines solchen Messers in der Öffentlichkeit sehr unsicher war, fiel die Wahl auf ein ringloses Full Tang Messer. Das Modell Phobos!

Bestellung und Versand

Wie schon gesagt ist mittlerweile die Homepage von Forge Works, auf der man allerlei Modelle und Angebote betrachten kann, online. Bis vor kurzem war es jedoch so, dass man die Modelle auf Instagram bewundern und bestellen musste. Überraschender weise funktioniert dies ausgesprochen gut. Chris pflegt einen guten Kontakt zu seinen Followern, sowie Interessenten und hat auch einen hervorragenden „After Sales“ Service. Auf Nachrichten jeglicher Art reagiert er fast schon im Handumdrehen und steht bei Fragen rund um seine Klingen mit Rat und Tat zur Verfügung. Bezahlung und Versand funktionieren unkompliziert über PayPal und mit DHL. Je nach Messer und Personalisierungswünschen kann die Lieferzeit variieren. In unserem Fall mussten wir 2 Tage warten bis das Phobos bei uns eintraf, da er dies auf Lager hatte.

Erste Eindrücke

Phobos in umweltfreundlicher Verpackung

Verpackt ist das Phobos Knife in einem kleinen Karton, welcher mit der Skizze eines Messers und dem Firmennamen bedruckt ist. Schlicht, einfach, aber stylisch und hochwertig! Überflüssiges Verpackungsmaterial findet man darin nicht. Forges Works verzichtet auf Kunststoff und setzt dafür auf recycelbares Material. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern macht auch Optisch einiges her!

Öffnet man den Karton zum ersten Mal, wird man vom Kontrast der einen erwartet, hin und weg sein. Das helle Stroh bringt die Farben und Linien des dunklen Phobos Messers gut zur Geltung und hebt selbst kleinste Details hervor.

Die Scheide

Die im Lieferumfang enthaltene Scheide besteht aus dem Material Kydex und wird von Forge Works selbst gefertigt. Um das Messer stets bequem bzw. in jeder Situation ziehen zu können, wurden ausreichend Ringösen (6 Stück) daran angebracht. Somit hat man die Möglichkeit die Scheide nach Belieben an Rucksäcken, Taschen, oder dem Gürtel zu befestigen. Damit dies auch Problemlos „out of the Box“ gelingt kann, wie in meinem Fall, optional eine Halterung für die Kydex-Scheide dazu geordert werden.

Die Halterung besteht aus 2 Flachriemen welche mit je einem Druckknopf und Gegenstück versehen sind. Die Flachriemen sind so Präpariert, dass sie sich auf verschiedene Gürtelbreiten anpassen lassen und Molle Kompatibel sind. Dank dem Pull the Dot System, kann die Trageposition jederzeit schnell und ohne viel Aufwand geändert werden.

Zu Beginn, so musste ich feststellen, sitzt das Phobos noch sehr fest in der Scheide. Nach geschätzten 2 bis 3 Wochen gibt sich dies aber und das Messer gleitet problemlos hinein bzw. heraus.

Das Phobos

Streicht man mit seinen Fingern über die wilde aber dennoch fein geschliffene Oberfläche merkt man sofort mit welcher Hingabe und Liebe zum Detail hier gearbeitet wurde. Auch wenn das Phobos durch das Stonewashed Finish augenscheinlich sehr Rough (Rau) wirkt, spürt man keinerlei störende kanten oder unsaubere Stellen. Die schwarzen G10 Griffschalen harmonieren hervorragend mit dem anthrazitgrauen Stahl der Klinge und geben so ein abgerundetes Bild wieder.

Im Gesamten bringt es das Phobos auf rund 21cm und ein Gewicht von 117g (ohne Scheide). Damit die Griffschalen nicht an Festigkeit verlieren wurden Pins mit Epoxid verklebt.

Im Übrigen sorgt die Farbkombination auch dafür, dass das Messer sehr unauffällig getragen werden kann.

Technische Daten (Herstellerangaben)
Modell Phobos
Material Stahl – RWL 34
Härtung Cryohärtung 62
Länge – gesamt 210mm
Länge – Klinge 95mm
Länge – Griff 115mm
Stärke 3,5-4,0mm
Gewicht 117,23g
Griffschalen G10

In einem Persönlichen Gespräch sagte mir Chris, er möchte mit Froge Works Messer herstellen, die ohne Hemmungen benutzt werden können. Dies ist auch der Grund warum das Zahnrad als Logo gewählt wurde. Es muss exakt gearbeitet werden, eine hohe Qualität aufweisen und dennoch ist es zum Gebrauch gefertigt.

Ausgeliefert wird das Phobos mit einer sehr gut geschärften Klinge. Behandelt man das Messer anständig, wird man daran auch sehr lange sein vergnügen haben. Ohne hin ist das Klingenmaterial (RWL 34) sehr robust, lasst sich gut bearbeiten und verzeiht dem Anwender/Besitzer den ein oder anderen Fehler.

Im Vergleich zu manch anderen Messer derselben Größe wirkt der Griff des Phobos auf den ersten Blick schmal und flach. Betrachtet man es jedoch im gesamten, wird man feststellen, dass die Proportionen sehr gut aufeinander abgestimmt sind und das Messer sehr gut ausbalanciert ist. In der Hand liegt das Messer stets angenehm, griffig und sicher. Dabei macht es auch keinen großen Unterschied, ob man es bei trockenen oder nassen Bedingungen verwendet und ob man mit viel oder wenig Kraft arbeitet. Der Fingerschutz, um nicht in die Schneide zu rutschen, ist meiner Ansicht nach ausreichend groß bzw. tief gefertigt worden.

Das Messer ist definitiv nicht dazu gemacht um große Stücke Holz zu spalten, bedenkt man Gewicht und Dimensionen, sollte einem jedoch auch klar sein, dass es für solche Zwecke auch nicht gedacht ist. Trotz alledem lässt sich aber Kraftvoll mit dem Phobos arbeiten! Dank der Voll -Erl (Full Tang) Bauweise ist es sehr stabil und man hat immer ein gutes und sicheres Gefühl beim Arbeiten. Umso besser können mit dem Phobos jedoch kleinere Gegenstände wie Äste und Holzstücke bearbeitet werden. Aufgaben wie Schnitzen von Kerben, schneiden von Seilen oder Erstellen von Feather Sticks meistert das Messer mit Bravour.

Auch in der Outdoor- Küche kann sich das Phobos sehen lassen. Ob das aufbrechen eines Fisches, oder das zurechtschneiden von Fleisch, Gemüse und Obst alle Aufgaben können Problemlos und mit vergnügen erledigt werden.

Fazit

Das Phobos von Forge Woks ist nicht nur der perfekte Begleiter für den Alltag, sondern macht auch im Outdoor und Survival Bereich eine gute Figur. Die Qualität welche für einen Preis von rund 200€ über die Theke geht ist absolute Oberklasse. In meinen Augen ein sehr gutes Messer für Neulinge und Fortgeschrittene Messerliebhaber, welche ihr neu erworbenes Eigentum auch gerne mal benutzen möchten.

Link zur Herstellerhomepage (Werbung): https://www.forgeworks.de

EDC Stuff
EDC Stuff – Prometheus Design Werx , Wodan Security , Forge Works Phobos

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